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AIXTRON FY2025

  • 26. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Auf ein Video verzichte ich an der Stelle mal bewusst. Es gab durch den Versatz der Zahlen und die Liveschalte ohnehin schon genug Einschätzungen von Analysten und Co. Anders als bei meinen anderen Investments haben wir bei AIXTRON kein Aufmerksamkeitsproblem.


Deshalb hier einfach meine Gedanken – und die sind diesmal ein bisschen gemischt.


Wenn ich auf die Q4-Zahlen schaue, muss ich sagen: Das war eigentlich alles okay. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Erwartungen ziemlich hoch waren, da Q1-Q3 ein ziemlich gutes Q4 vorausgesetzt haben, aber am Ende hat Aixtron bei Umsatz und EBIT sauber geliefert. Und auch der Auftragseingang war vergleichsweise stark, was ich in dem Umfeld nicht unbedingt erwartet hätte.

Was mir dabei fast noch wichtiger ist: Bei den Margen gab es für 2025 keine weiteren negativen Überraschungen. Und genau das ist für mich der Punkt. Aixtron ist einfach ein Unternehmen, das selbst unter Druck noch gute Margen erwirtschaften kann. Und genau solche Firmen suchen wir. Viele andere hätten in dieser Situation deutlich mehr Probleme.


Dann kam aber der Moment, wo ich kurz schlucken musste. Nämlich beim Ausblick.

Ich bin ehrlich: Ich dachte, wir hätten das Tief gesehen und jetzt geht es langsam wieder aufwärts. Stattdessen kommt eine Prognose, die eher danach aussieht, als würde es erstmal noch weiter runtergehen. Vor allem Q1 2026 mit rund 65 Mio. Euro Umsatz ist schon ziemlich schwach. Auch das Gesamtjahr mit etwa 520 Mio. Euro im Mittel ist jetzt kein Signal für eine schnelle Erholung.

Das ist erstmal nicht dramatisch – wir sind in einem zyklischen Geschäft. Aber ich hatte es so einfach nicht erwartet.

Die erste Marktreaktion war dann auch genau das, was man erwarten würde. Die Aktie fällt deutlich, runter Richtung 21,50 Euro. Nach dem Lauf der letzten Wochen war das für mich absolut nachvollziehbar.


Was ich dann aber spannend fand: Die Gegenbewegung.

Aktuell stehen wir wieder bei über 25 Euro, also deutlich im Plus nach den Zahlen. Und das passiert nicht ohne Grund. Wenn man sich die ersten Reaktionen anschaut, dann zieht sich ein Punkt ziemlich klar durch: Viele halten die Guidance für zu konservativ. Und damit kommen wir zum eigentlichen Kern der Story.

Die entscheidende Frage ist gar nicht Q1 oder Q2, sondern das zweite Halbjahr 2026 / 1. HJ 2027. Wenn der Auftragseingang dort wieder anzieht – und genau davon scheinen viele auszugehen – dann verschiebt sich das ganze Bild. Dann ist 2026 eher ein Übergangsjahr und 2027 könnte wieder deutlich stärker werden. Ich weiß, das hören wir mittlerweile seit einigen Jahren, aber vom Gefühlt war auch der Analysten-Call deutlich optimistischer als in den letzten Quartalen. Für Q2 und Q3 erwartet man Umsätze im Bereich 100-140 Mio. Euro (Keine offizielle Guidance), getrieben von der Optoelektronik.


Was mich dabei grundsätzlich positiv stimmt, ist, dass die strukturelle Story weiterhin komplett intakt ist. Die Nachfrage nach Optoelektronik und Laser-Technologie für AI und Datacenter bleibt stark. Aixtron hat hier Marktanteile von über 90% wird sogar den Umsatz von 2025 in 2026 verdoppeln, bei GaN über 85%. Das sind keine normalen Marktpositionen, das ist ein echter Burggraben. Und das Geschäft ist extrem „sticky“, insbesondere im Optoelektronik Business. DAs hob Herr Grawert auch noch mal im Call hervor.


Die G10-AsP-Plattform scheint sich dabei immer mehr als Standard zu etablieren, gerade bei den großen Kunden. Und genau in den Bereichen AI, Datacenter, 5G oder auch LiDAR wird in den nächsten Jahren investiert.


Das große Problem bleibt aktuell SiC. Da haben wir einfach Überkapazitäten im Markt und eine schwächere Dynamik, vor allem aus dem EV-Bereich. Entsprechend wird SiC 2026 auch nur noch etwa 10% vom Umsatz ausmachen. Das drückt natürlich. Aber auch das ist am Ende ein Zyklus.


Wenn ich alles zusammennehme, dann ist das für mich gerade eine typische Phase, in der es kurzfristig ungemütlich ist, die langfristige Story aber nicht kaputt geht. Die Zahlen waren OK, der Ausblick schlechter als erwartet und die Aktie macht am Ende trotzdem ihr eigenes Ding.


Ich bleibe dabei: Aixtron ist im Moment kein „alles läuft perfekt“-Investment. Aber es ist ein Unternehmen, das auch in schwierigen Phasen liefert und strukturell in den richtigen Märkten unterwegs ist. Darüber hinaus ist und bleibt das Potential riesig. Nach dem Analystencall und den Äußerungen, die man heute im Internet findet, riecht die Luft auch langsam nach Aufschwung.


Die spannende Frage ist jetzt eigentlich nur noch: Kommt die Erholung im Auftragseingang im zweiten Halbjahr oder nicht?


Wenn ja, dann werden wir in einem Jahr vermutlich ganz anders auf die aktuelle Situation schauen.

 
 
 

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