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Kleines Gedankenexperiment zu Nebenwerten

  • 25. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit
Stellt euch vor, ihr seid Warren Buffett.

Ihr sitzt in Omaha, habt einen Cashberg von rund 348 Milliarden US-Dollar vor euch liegen und sucht nach einer Gelegenheit, diesen Geldhaufen sinnvoll zu investieren. Die Märkte sind teuer, echte Schnäppchen rar. Doch dann fällt euch ein kleines, aber faszinierendes Unternehmen auf: EMX Royalty Corporation.

Aus meiner Sicht eines der besten Unternehmen auf diesem Planeten.


EMX ist kein Riesenplayer, noch nicht. Aber es hat gerade einen Lauf. Der Price per NAV nähert sich dem fairen Wert, den Analysten ermittelt haben – und meiner Meinung nach liegt der wahre Wert sogar noch deutlich darüber. Ein Merger mit Elemental Altus steht bevor, der ein echtes Mid-Tier-Royalty-Unternehmen formen wird. Mit im Boot: Tether, der größte Stablecoin-Anbieter der Welt. Ein global diversifiziertes Unternehmen, abgesichert durch verschiedenste Assetklassen im Rohstoffbereich (Gold, Kupfer, Silber, etc.) mit wenig Risiko und einem riesigen Hebel nach oben. Eine aus meiner Sicht klassische Marktineffizienz, fast wie gemacht für Buffetts Investment-Radar.


Jetzt stellt euch vor, ihr beschließt, euch mit fünf Prozent an EMX zu beteiligen. Bei einem aktuellen Marktwert von rund 500 Millionen US Dollar wären das beim aktuellen Kurs (26.09.25 - 10:00Uhr) rund 25 Millionen US Dollar – nicht einmal ein Rundungsfehler in eurer Bilanz. Ihr müsstet dafür rund 5,4 Millionen Aktien kaufen. Bei einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 650.000 Aktien am Tag entspricht das dem gesamten Umsatz von acht Handelstagen. Und das unter der Annahme, dass überhaupt jemand bereit ist, euch diese Stücke zu verkaufen.

Was würde passieren, wenn ihr beginnt, eure Order über die Börse abzuwickeln? Der Kurs würde explodieren. Nicht nur, weil ihr kauft, sondern weil auch andere Marktteilnehmer verstehen würden, dass hier etwas Besonderes passiert. Immerhin wurden die 650.000 Aktien pro Tag bisher von anderen Käufern gekauft, die ebenfalls an die Story glauben. Selbst wenn ihr eure Käufe über 30 oder 90 Tage streckt – irgendwann müsstet ihr melden, dass ihr mehr als fünf Prozent besitzt. Spätestens dann würde der Kurs noch einmal anziehen. Wer sollte euch dann noch Aktien verkaufen wollen?


Und jetzt der spannende Teil - es gelingt, ihr habt die 5% gekauft. Ihr haltet eure Position einfach. Zwanzig Jahre lang. EMX wächst und der Kurs verhundertfacht sich. Aus euren 25 Millionen Dollar werden 2,5 Milliarden. Eine der besten Investitionen eurer Karriere – und trotzdem habt ihr damit euren gigantischen Cashberg kaum angerührt. Die Investition entspricht einem Anteil an eurem Unternehmen von nur 0,2%.

Und hierbei ist noch nicht berücksichtigt, dass Berkshire sich weiterhin entwickeln wird – angenommene 10 % pro Jahr lassen den Einfluss dieser EMX-Wahnsinnsgeschichte auf unter 0,035 % am Gesamtwert fallen.


Mit anderen Worten: Selbst ein hundertfacher Gewinn wäre im Verhältnis zu Berkshire fast unsichtbar – und genau das ist der Punkt.

Denn während Buffett gezwungen ist, in gigantischen Dimensionen zu denken, haben wir Privatanleger die einmalige Chance, uns in aller Ruhe an solchen Perlen zu beteiligen – bevor sie groß sind. Wir können unsere Positionen aufbauen, ohne dass jemand Notiz davon nimmt, und wenn das Unternehmen wirklich abhebt, profitieren wir von jedem Prozentpunkt.


Und genau das ist das Faszinierende: Buffett kann es nicht – aber wir können. Das ist unser Vorteil. Wir müssen ihn nicht nutzen – aber wir dürfen. Und vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, sich solche Marktineffizienzen anzuschauen, darüber nachzudenken und die eigenen Investmentideen zu hinterfragen. Insbesondere mit Blick auf die Nebenwerte!

Hinweis: Dies ist keine Anlageberatung, sondern lediglich meine persönliche Meinung und ein Gedankenexperiment. Jeder sollte seine eigenen Recherchen anstellen und Entscheidungen auf Basis der eigenen Situation treffen.


Schaut euch auch gern mein Video zu diesem Thema an: https://youtu.be/nDWvlSdRn-4

 
 
 

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