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Was Kleinanleger von Joel Greenblatt lernen können

  • 6. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Wer ist eigentlich Joel Greenblatt?

Zeichnung von Joel Greenblatt - Quelle: KI
Zeichnung von Joel Greenblatt - Quelle: KI

Heute möchte ich euch einmal Joel Greenblatt vorstellen und ein Teil eines Interviews, was ich von ihm bei Youtube gefunden habe. Joel Greenblatt ist einer der bekanntesten Value-Investoren der Welt, Professor an der Columbia Business School und erfolgreicher Hedgefonds-Manager. Vor allem aber ist er ein klarer Denker, der wie kaum ein anderer erklärt, warum gerade Kleinanleger an der Börse keine Verlierer sein müssen. Im Gegenteil: Viele seiner zentralen Investmentprinzipien spielen Privatanlegern direkt in die Karten. Für mich und mein Universum-Nebenwerte-Projekt sind sie ein tragendes Fundament – und ein wesentlicher Grund, warum ich fest an das Potenzial und den Weg glaube, der noch vor uns liegt.


Greenblatt steht in der Tradition von Ben Graham und Warren Buffett, definiert Value Investing jedoch sehr pragmatisch. Es geht nicht darum, Aktien mit niedrigen Kennzahlen zu kaufen, sondern darum, den inneren Wert eines Unternehmens zu bestimmen und es mit einem deutlichen Abschlag zu erwerben. Diese sogenannte Sicherheitsmarge ist das Fundament jeder langfristig erfolgreichen Investition. Entscheidend ist dabei: Sie entsteht nicht nur durch einen niedrigen Kaufpreis, sondern kann sich über die Zeit sogar vergrößern – vor allem dann, wenn das Unternehmen wächst und qualitativ hochwertig ist.


Viele Kleinanleger glauben, dass sie institutionellen Investoren hoffnungslos unterlegen sind. Zu wenig Kapital, zu wenig Informationen, zu wenig Geschwindigkeit. Greenblatt widerspricht diesem Bild entschieden. Große Investoren verwalten enorme Summen und sind dadurch gezwungen, sich auf sehr große, liquide Unternehmen zu konzentrieren. Kleine, komplexe oder unpopuläre Situationen lohnen sich für sie schlicht nicht, weil sie den Gesamtfonds kaum beeinflussen. Genau hier liegt der strukturelle Vorteil des Kleinanlegers: Er kann investieren, wo große Investoren gar nicht investieren dürfen.


Ein weiterer zentraler Punkt in Greenblatts Denken ist der Faktor Zeit. Der Markt erkennt gute Bewertungsarbeit früher oder später an – aber selten sofort. Greenblatt spricht offen davon, dass es zwei bis drei Jahre dauern kann, bis sich der innere Wert eines Unternehmens im Kurs widerspiegelt. Für institutionelle Investoren ist diese Geduld oft nicht möglich, da sie unter ständigem Performance- und Rechtfertigungsdruck stehen. Kleinanleger haben diesen Druck nicht. Sie müssen keine Quartale schlagen, keine Benchmarks erfüllen und keine Kapitalabflüsse fürchten. Geduld wird so zu einem echten Wettbewerbsvorteil.


Auch die Vorstellung effizienter Märkte hält Greenblatt für realitätsfern. Selbst in den am stärksten beobachteten Märkten der Welt schwanken Kurse massiv. Verdopplungen, Halbierungen und erneute starke Anstiege zeigen, wie stark Emotionen wie Angst, Euphorie und Herdentrieb die Preise beeinflussen. Diese Emotionalität sorgt dafür, dass Kurse regelmäßig vom fairen Wert abweichen. Für disziplinierte Anleger entstehen daraus immer wieder Chancen.

Oft hört man, dass Investieren früher einfacher gewesen sei. Greenblatts Antwort darauf ist nüchtern: Gute Investoren werden erfolgreich, erfolgreiche Investoren werden groß – und große Investoren verlieren zwangsläufig den Zugang zu kleineren, ineffizienten Marktsegmenten. Ineffizienzen verschwinden also nicht, sie verlagern sich. Genau deshalb gibt es auch heute noch attraktive Möglichkeiten für Kleinanleger.


Am Ende ist Greenblatts Botschaft bemerkenswert klar:

Kleinanleger müssen weder schneller noch schlauer sein als der Markt. Sie müssen lediglich disziplinierter handeln, Unternehmen sauber bewerten, mit Sicherheitsmarge investieren und Geduld mitbringen. In einem emotionalen Markt ist das kein Nachteil – sondern eine echte Stärke.


Schaut euch folgendes Interview gerne einmal selbst an.

Quelle: Video-Interview/Vortrag mit Joel Greenblatt (https://www.youtube.com/watch?v=Bl_EqSleOAM).

 
 
 

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